Romane


Angel Meat. Verwerfungen
Roman | Neofelis Verlag, Berlin, 2012.

Die Linien eines Totenkopfs zeichnen das Gesicht von Skullface, eine Tätowierung aus ihrer Black Metal-Zeit. Jahre später sucht sie an verschiedenen Orten Europas, in besetzten Häusern in Amsterdam, als Goldschmiedin in Berlin, nach einem Leben im Einklang mit ihrer handwerklichen Arbeit und ihrer äußeren Erscheinung, die sich von den gesellschaftlichen Konventionen so stark unterscheidet. Yu hingegen verbirgt sich hinter der Maske ihres Gesichts; als sie von ihrer Krankheit erfährt, macht sie sich allein auf den Weg nach Indonesien, von wo ihre Großeltern einst in die Niederlande kamen. Wie weitere Brechungen in einem subkulturellen Kaleidoskop erscheinen die Geschichten der lebenslustigen Devyani, des sensiblen Kostümbildners und Bloggers Boris, der undurchsichtigen Alicja und der umstrittenen Medienkultfigur Johanna.

In Angel Meat. Verwerfungen unterwandert das schlaglichtartige Aufgreifen und Erhellen von Ereignissen die lineare Erzählweise, ohne dass der Sog der Handlungen verloren ginge.





ausgewählte Rezensionen

„Erst mit dieser Zuordnungsverweigerung entsteht jene Folie, auf der ‚Angel Meat‘ als eine Auseinandersetzung mit Möglichkeiten und Abbild einer uns alle betreffenden Suche gelesen werden kann. Einer Suche mit offenem Ausgang, die alle Lebensbereiche, von Kunst bis Sexualität, betrifft und verbindet.“
von Gerald Lind
zu lesen in: www.triëdere.com


… Mit Verwerfungen hat Ines Birkhan die literarische Ausdrucksform zur Beschreibung von Angel Meat gefunden. Als Schriftstellerin, Tänzerin und Mitinitiatorin von Angel Meat vereinigt sie die spirituelle Kultur von Literatur und Performance und erweitert damit das Feld der kreativen Möglichkeiten während des performativen Schreibakts zu der ihr eigen gewordenen Form der Poetologie.
Susanne Eichhorn
zu lesen im: www.literturhaus.at





Chrysalis
Roman | Praesens Verlag, Wien, 2009.

Ausgangspunkt des Romans ist der Angriff auf Sanhortus, eine künstlich geschaffene, unter der Erde gelegene Gemeinde. Und in dieser Situation äußerster Bedrohung erschließt sich eine atemberaubende Empfindungswelt. Das im Zentrum stehende Geschwisterpaar stößt während der Flucht auf weitere fiktive und real existierende Orte, wo auch Tiere zu ungewöhnlichen Protagonisten werden – mitunter voll Komik.

„Ein grandioses und monströses Vexierspiel und eine psychotische Höllenfahrt durch die Biologie... Chrysalis ist sicher kein Thesenroman, den man auf einen (einfachen) Nenner bringen könnte. Und es ist ein Kompliment für die immense Flut und die Kaskaden von Physiologie- und Psychologie- und Pathologie und Zoologie-gesättigten Bildern, dass man glaubt, mit der Figur, der verwundeten Schwester zu delirieren.“ 
Alois Brandstetter


www.praesens.at








ausgewählte Rezensionen

„… Mit der Kombination aus ökologischer Dystopie und Affektroman ist Chrysalis nicht ohne Vorbilder und Vorgänger, der (Roman) bewegt sich irgendwo zwischen Dietmar Daths Die Abschaffung der Arten und Margaret Atwoods Oryx and Crake, zwischen affirmativem Cyberfeminismus und Dystopie. Mir ist jedoch kein anderer Roman bekannt, der so konsequent über den Körper denkt und schreibt...“
von Ursula Reber
zu lesen im: www.literaturhaus.at


„Die Welt ist nicht eine. Und so ist auch die Textwelt von Chrysalis nicht eine Welt. In Ines Birkhans Prosa spannt sich und faltet sich eine Vielfalt aus, die sich den Bemühungen einer systematischen Kartographie ebenso erfolgreich entzieht, wie einer chronologischen Einordnung...“

von Elisabeth Schäfer
zu lesen in: www.bzw-weiterdenken.de